Schutz vor Einbrechern: Was hilft wirklich?

Die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche ist im Moment so hoch wie zuletzt vor siebzehn Jahren. Deshalb sollte man lieber bei der Sicherheit seines Hauses vorsorgen anstatt sich später sehr zu ärgern. Das kann effektiver sein, als man glaubt: Viele Einbrecher geben auf, wenn die Tat sich als zu schwer gestaltet. Dann gilt, eher abzuhauen, anstatt durch viel Lärm und Zeitaufwand erwischt zu werden.

Das A und O beim Einbruchschutz: Mechanik und Technik

Der mechanische Schutz des Hauses oder der Wohnung steht an erster Stelle und ist ernstzunehmender als eine Alarmanlage oder Kamera. Unter anderem können moderne, besser gesicherte Fenster mit Pilzkopf- statt Rollzapfen für mehr Sicherheit sorgen. Verlängerte Schließbleche für die Tür erschweren den Einsatz einer Brechstange. Und Schutzbeschläge verstärken nicht nur Türen, sondern können auch abschreckend wirken.

Eine Alarmanlage sollte immer einen möglichst lauten, intensiven Ton haben. Ihr entnervendes Geheul macht die Nachbarschaft aufmerksam und schickt dem Hausbesitzer eventuell auch eine Nachricht aufs Handy. Überwachungskameras können hilfreich sein und abschrecken, jedoch nur wenn sie echt sind. Kamera-Attrappen werden von Einbrechern meist erkannt und zeigen nur auf, dass es hier etwas zu holen gibt.

Aufstiegsmöglichkeiten wie Müll- oder Regentonnen und Leitern sollten niemals unangeschlossen in der Gegend herumstehen, damit der Einbrecher nicht an die oberen Geschosse herankommt. Auch Zäune, Hecken und Mauern sollten weit genug vom Fenster entfernt sein, um keine Kletterhilfe darzustellen.

Abschreckung: Den Eindruck vermitteln, zuhause zu sein

Die meisten Einbrüche werden tagsüber und in den Abendstunden begangen, wenn die Bewohner auf der Arbeit oder beim Einkauf sind. Auch wenn das zutrifft oder man sich auf einer Reise befindet, vermittelt man am besten stets den Eindruck, zuhause sein.

Der erste Schritt dazu ist, nicht auf dem Anrufbeantworter zu sagen oder in den sozialen Netzwerken zu posten, wann man nicht zuhause ist. Außerdem sollte man einen vollen Briefkasten und heruntergelassene Jalousien vermeiden, denn all das weist auf Urlaub hin. Aber auch sonst ist heutzutage durch die moderne Technik alles möglich.

Im Fachhandel ist beispielsweise ein Bewegungsmelder erhältlich, der das Licht einschaltet, sobald sich eine Person nähert. Es gibt Zeitschaltuhren, die im Winter ab ungefähr sechzehn Uhr das Licht im Zimmer anschalten und LED-Leuchten, die das Flackern eines Fernsehers nachahmen. Selbst elektronisches Hundegebell kann man mit der Technik einsetzen.

Stets gut abschließen, und zwar nicht nur die Wohnungstür

Neben der Haus- und Wohnungstür sollten je nach Möglichkeit auch die Fenster abgeschlossen werden. Statt angekippten Fenstern und zugezogenen Türen ist das Abschließen die sicherste Methode zur Einbruchsprophylaxe. Offene Schlösser sind für Einbrecher ein Leichtes und bei nur gekippten Fenstern zahlt die Versicherung eventuell nicht.

Neben Fenstern und Türen sollten auch Gartentore gut verschlossen werden. Dasselbe gilt für die Gitterroste der Kellerfenster, denn sie können leicht angehoben werden und bieten einen Zugang. Es sollte kein Ersatzschlüssel draußen versteckt werden und falls einer abhanden kommt, muss sofort das Schloss ausgetauscht werden. Ebenfalls eine gute Idee sind Sicherungskarten: Bei der Fertigung eines Schlüssels muss die Karte vorgelegt werden, so beugt man unerwünschten Schlüsselkopien vor.

Ist am Ende doch ein Einbrecher ins Haus gekommen, sollte jeder einen Mini-Tresor für Papiere und Wertgegenstände besitzen.